Zum Hauptinhalt

Kombikessel

Kombikessel ermöglichen den Betrieb mit Pellets und Scheitholz in einem Gerät. Sie verbinden den automatisierten Pelletbetrieb mit manuell beschicktem Scheitholzbetrieb. Kombikessel versorgen Gebäude zentral mit Heizung und Warmwasser und kommen in Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie in landwirtschaftlichen und gewerblichen Objekten zum Einsatz, in denen Pellets und Stückholz als Brennstoffe verfügbar sind.

Hersteller & Marktüberblick

Der Markt für Kombikessel im DACH-Raum ist etabliert, aber überschaubarer als der für reine Pellet- oder Stückholzkessel. Das Angebot umfasst Anlagen in Leistungsstufen von etwa 15 bis 50 kW, die für Einfamilienhäuser sowie landwirtschaftliche und gewerbliche Objekte ausgelegt sind. Es gibt Modelle verschiedener Hersteller, die sich in Technik, Automatisierungsgrad und Ausstattung unterscheiden. Bei der Auswahl eines Kombikessels spielen neben der technischen Ausführung vor allem die Verfügbarkeit regionaler Servicepartner und die langfristige Ersatzteilversorgung eine wichtige Rolle. Da Kombikessel zwei unterschiedliche Verbrennungssysteme in einem Gerät vereinen, ist eine zuverlässige Betreuung durch erfahrene Fachbetriebe besonders relevant.

Kombikessel Hersteller

Was ist ein Kombikessel?

Ein Kombikessel verbrennt entweder Scheitholz oder Holzpellets in einem gemeinsamen Kesselkörper. Die Umschaltung zwischen den Brennstoffen erfolgt je nach Modell manuell, halbautomatisch oder automatisch. Bei Stückholz arbeitet der Kessel mit einer großen Brennkammer und manueller Beschickung. Für Pellets ist ein separater Brenner mit automatischer Zufuhr und Zündung vorhanden. Typische Systembestandteile sind ein großer Scheitholz-Füllraum, ein Pelletbrenner mit Förderschnecke, ein integrierter Wärmetauscher, eine Lambda-Sonde zur Verbrennungsoptimierung, automatische Wärmetauscherreinigung sowie Sicherheitskomponenten wie Druckabsicherung und thermische Schutzeinrichtungen. Die erzeugte Wärme wird über den Wärmetauscher in das zentrale Heizsystem eingespeist. Im Pelletbetrieb können Kombikessel Wirkungsgrade von bis zu 95 % erreichen. Die fachgerechte Planung und Installation muss durch einen qualifizierten Fachbetrieb erfolgen.

Anzeige

Einsatzbereiche

Kombikessel dienen als Zentralheizung und versorgen das gesamte Gebäude. Typische Einsatzbereiche sind Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie landwirtschaftliche und gewerbliche Objekte mit einer Heizlast von etwa 15 bis 50 kW. Sie werden in der Sanierung älterer Gebäude und im Neubau eingesetzt, in denen ausreichend Platz für die Lagerung von Scheitholz und Pellets vorhanden ist oder geschaffen werden kann. Besonders geeignet sind sie dort, wo eine hohe Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern gewünscht wird und sowohl Stückholz als auch Pellets genutzt werden sollen. Neben den Brennstofflagern ist im Heizraum ausreichend Stellfläche für den Pufferspeicher einzuplanen. Kombikessel lassen sich mit anderen Systemen kombinieren, etwa mit einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe als Spitzenlast- oder Übergangslösung.

Welche Arten von Kombikesseln gibt es?

Kombikessel vereinen zwei unterschiedliche Verbrennungssysteme in einem Gerät: einen manuell beschickten Holzvergaser und einen vollautomatischen Pelletbrenner. Die meisten Modelle verfügen über getrennte Brennkammern, die einen gemeinsamen Wärmetauscher nutzen. Die Umschaltung zwischen den Brennstoffen erfolgt je nach Modell manuell, halbautomatisch oder automatisch. Der Scheitholzteil arbeitet nach dem Holzvergaserprinzip. Das Holz wird in einer oberen Kammer bei reduzierter Luftzufuhr vergast. Das entstehende Holzgas wird anschließend in einer separaten Brennkammer bei hohen Temperaturen vollständig verbrannt. Die Luftzufuhr wird über eine Lambda-Sonde geregelt, die den Restsauerstoffgehalt misst und die Primär- sowie Sekundärluft entsprechend anpasst. 

Die Pelletseite besteht aus einem automatischen Brenner, der über eine Förderschnecke oder ein Saugsystem aus einem Vorratsbehälter versorgt wird. Die Zündung erfolgt automatisch. Die Größe des Stückholz-Füllraums bestimmt die mögliche Scheitlänge und die Abbranddauer pro Füllung. In Verbindung mit einem Pufferspeicher lassen sich längere Taktzeiten erreichen. Die Leistungsstufen reichen von etwa 15 kW für Einfamilienhäuser bis etwa 50 kW für größere Wohngebäude, landwirtschaftliche Betriebe oder kleine Gewerbeobjekte. Die Auswahl richtet sich nach dem gewünschten Brennstoffmix, dem Wärmebedarf und den Lagermöglichkeiten.

Vorteile von Kombikesseln

  • Flexible Brennstoffwahl (Pellets und Stückholz)
  • Automatische Bedienung im Pelletbetrieb
  • Regionaler Brennstoff mit kurzen Transportwegen
  • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern
  • Planbare Brennstoffkosten bei Eigenvorrat
  • Kombinierbar mit Solarthermie, Wärmepumpen und anderen erneuerbaren Systemen
  • Nahezu CO2-neutral
  • Förderfähig je nach Modell und Region

Nachteile von Kombikesseln

  • Größerer Platzbedarf für die Lagerung von zwei Brennstoffen
  • Aufwändigere Wartung und Reinigung durch zwei Verbrennungssysteme
  • Höherer Planungs- und Installationsaufwand

Kombikessel im Vergleich

Im Vergleich zu reinen Pelletkesseln bieten Kombikessel die Möglichkeit, zusätzlich Stückholz zu nutzen. Dadurch verringert sich die Abhängigkeit von einem einzelnen Brennstoff. Gegenüber der Installation separater Scheitholz- und Pelletkessel spart ein Kombikessel Platz im Heizraum und erfordert in der Regel nur einen Schornsteinzug. Die Notwendigkeit eines Pufferspeichers bleibt jedoch bestehen. Im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen ermöglichen Kombikessel die Nutzung regionaler Brennstoffe und unterstützen damit lokale Wertschöpfungskreisläufe. Bei nachhaltiger Forstwirtschaft gilt das Heizen mit Holz und Pellets als nahezu CO₂-neutral. Gegenüber Wärmepumpen sind Kombikessel weniger von der Außentemperatur abhängig und können auch bei tiefen Temperaturen die erforderliche Wärmeleistung bereitstellen.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Umwelt, gesetzliche Rahmenbedingungen & Förderung

Biomasseheizungen unterliegen in Deutschland der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Kombikessel müssen die Anforderungen der Stufe 2 erfüllen. Die Einhaltung dieser Grenzwerte wird durch eine Typenprüfung nachgewiesen. In Österreich und der Schweiz gelten vergleichbare Emissionsvorgaben, die bei Planung und Betrieb zu berücksichtigen sind. Kombikessel können je nach Modell und Region förderfähig sein. Weitere Informationen zur Struktur der Fördermöglichkeiten finden sich auf der Contentseite Förderung.

Förderungen im Überblick

Wartung, Service & Lebensdauer

Kombikessel sollten jährlich gewartet werden. Typische Arbeiten umfassen die Reinigung beider Verbrennungssysteme, die Überprüfung der Dichtungen und die Funktionskontrolle der Umschaltung. Bei fachgerechter Nutzung und regelmäßiger Wartung erreichen Kombikessel eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren. Die regelmäßige Kontrolle durch eine Fachkraft ist gesetzlich vorgeschrieben.

Wartung & Service von Pelletheizungen
Pelletangebot anfordern

Jetzt kostenlos und unverbindlich Angebote einholen.

kg

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Kombikessel zukunftssicher?

Kombikessel der aktuellen Generation erfüllen die Emissionsanforderungen der 1. BImSchV Stufe 2 sowie der entsprechenden Regelungen in Österreich und der Schweiz. Die Möglichkeit, flexibel zwischen zwei Brennstoffen zu wechseln, bietet zusätzliche Sicherheit bei der Brennstoffversorgung.

Für welche Gebäude eignet sich ein Kombikessel besonders?

Kombikessel sind für Gebäude mit einer Heizlast von etwa 15 bis 50 kW geeignet, die über ausreichend Platz für getrennte Lagermöglichkeiten für Scheitholz und Pellets verfügen. Sie kommen vor allem in Einfamilienhäusern, landwirtschaftlichen Betrieben und kleineren Gewerbeobjekten zum Einsatz, bei denen der Betreiber zusätzlich zu Pellets Stückholz manuell beschicken möchte.

Kann man einen Kombikessel mit anderen Systemen kombinieren?

Kombikessel werden häufig mit Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen kombiniert. In bivalenten Systemen übernimmt die Wärmepumpe in der Regel die Grundlast, während der Kombikessel bei tiefen Außentemperaturen die Spitzenlast abdeckt. Solarthermie dient meist der Warmwasserbereitung und der Heizungsunterstützung.

Wie hoch ist der Wartungsaufwand bei einem Kombikessel?

Der Wartungsaufwand ist höher als bei reinen Pellet- oder Stückholzkesseln, da beide Verbrennungssysteme gewartet und gereinigt werden müssen. Der Nutzer muss regelmäßig Asche aus beiden Brennkammern entfernen. Die technische Wartung durch einen Fachbetrieb erfolgt einmal jährlich.

Wie hoch ist der Wartungsaufwand bei einem Kombikessel?

Der Wartungsaufwand ist höher als bei reinen Pellet- oder Stückholzkesseln, da beide Verbrennungssysteme gewartet und gereinigt werden müssen. Der Nutzer muss regelmäßig Asche aus beiden Brennkammern entfernen. Die technische Wartung durch einen Fachbetrieb erfolgt einmal jährlich.

Wie funktioniert die Umschaltung zwischen Stückholz und Pellets?

Je nach Modell erfolgt die Umschaltung manuell, halbautomatisch oder automatisch. Bei automatischen Systemen überwacht die Steuerung den Ausbrand des Scheitholzes und schaltet selbstständig auf den Pelletbetrieb um, wenn kein Stückholz mehr vorhanden ist.

Wird ein Pufferspeicher bei Kombikesseln benötigt?

Ein ausreichend dimensionierter Pufferspeicher ist bei Kombikesseln technisch und förderrechtlich erforderlich. Er nimmt die Wärme aus dem Scheitholzbetrieb auf, ermöglicht längere Abbrandzeiten und sichert einen effizienten sowie emissionsarmen Betrieb.

Ist Heizen mit Holz und Pellets CO₂-neutral?

Bei nachhaltiger Forstwirtschaft und regionaler Herkunft gilt Heizen mit Holz und Pellets als nahezu CO₂-neutral. Die regionale Wertschöpfung und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern sind weitere Vorteile.

Werden Kombikessel gefördert?

Kombikessel können in Deutschland, Österreich und der Schweiz förderfähig sein. Die genauen Bedingungen hängen vom Modell, der Bauart und den jeweiligen Förderprogrammen ab.

Hinweis zur Einordnung der Inhalte

Die Inhalte auf FireABC dienen der allgemeinen Orientierung rund um das Heizen mit Holz und Pellets. Technische Entwicklungen, gesetzliche Rahmenbedingungen und regionale Vorgaben können sich im Laufe der Zeit verändern. Zudem unterliegen Gebäudetechnik und heizungstechnische Systeme unterschiedlichen länderspezifischen Anforderungen. Die bereitgestellten Informationen erheben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder allgemeine Gültigkeit. Sie ersetzen keine individuelle Planung, Beratung oder Prüfung durch qualifizierte Fachbetriebe, Schornsteinfeger (DE), Rauchfangkehrer (AT), Kaminfeger (CH), Energieberater oder zuständige Stellen. Für eine fachgerechte Installation und einen sicheren Betrieb der Anlagen sind die geltenden rechtlichen und technischen Vorschriften sowie die Herstellervorgaben zu beachten. 
Weitere Regelungen finden Sie in unseren Nutzungsbedingungen. 
FireABC wird laufend weiterentwickelt und ergänzt. Wenn Ihnen Fehler, veraltete Informationen oder wichtige Ergänzungen auffallen, freuen wir uns über einen entsprechenden Hinweis an feedback@fireabc.com.